7. Beziehungsgestaltung 3.0 – Pluralisierte Liebe

Dieser Workshop wird angeleitet durch Eva Maria Schmitt, Goran & Salome Beil

Kurzbeschreibung des Workshops
Steckt die Monogamie in der Krise? Dass sie zumindest in ihrer Reinform häufig nicht mehr funktioniert, dafür sprechen konstant hohe Scheidungsraten, kürzer werdende Beziehungszyklen (Stichwort: Lebensabschnittspartner*in) und das Singletum als Normalzustand. Manche verwerfen sogar gleich das Modell als Ordnungsprinzip ihrer Liebesbeziehungen und Sexualität: Besonders heraus sticht hierbei das Beziehungskonzept der Polyamorie, in der nicht nur die Sexualität, sondern auch die Liebe vom Exklusivitätsprinzip entkoppelt ist.
Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Polyamorie und wie steht sie in Relation zu verwandten Konzepten? Was lässt sich von der Polyamorie über Liebe und Beziehungsideale lernen? Was treibt „Polys“ an und vor welche Herausforderungen stehen sie in ihren Beziehungen, besonders auch vor dem Hintergrund einer nach wie vor mononormativ geprägten Gesellschaft?
In unserem Workshop wollen wir diese Fragen erkunden und Sexualpädagog_innen auf diese Weise für alternative Beziehungskonzepte sensibilisieren, eine kritische Auseinandersetzung mit Beziehungsidealen fördern, über Schwierigkeiten und Potentiale pluralisierter Liebe aufklären und mit den Teilnehmenden diskutieren.

Ziele des Workshops

  • Sensibilisierung für alternative Beziehungskonzepte und den Umgang damit
  • Förderung einer kritischen Auseinandersetzung mit Beziehungsidealen aus der Perspektive konsensueller nicht-monogamer Beziehungsformen
  • Diskussion des Liebesbegriffs im Hinblick auf die Gestaltung von konsensuellen nicht-monogamen Beziehungsformen
  • Wissensvermittlung in Bezug auf das Spannungsfeld zwischen Mono-Normativität und Polyamorie und damit einhergehenden Diskriminierungspotenzialen

Methode(n)/Formen des Workshops
Der Workshop gliedert sich in einen Vortrags- und einen interaktiven Teil, in welchem Raum für kurze selbstreflexive Einheiten zu ausgewählten Fragestellungen und einer abschließenden Diskussion im Rahmen eines Fishbowl geschaffen wird.         

Eva Maria Schmitt hat Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und ihre Master-Abschlussarbeit über Polyamorie im Film geschrieben. Sie praktiziert und unterrichtet Yoga und setzt sich zudem für Akzeptanz von konsensuellen nicht-monogamen Lebensformen und die Schaffung sexpositiver Räume ein.
Goran und Salome Beil leben in einer polyamoren Beziehung. Salome Beil studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften und plant derzeit ihr Filmdebut im Rahmen ihres Masterstudiengangs Filmwissenschaft und Mediendramaturgie an der JGU Mainz. Dipl. Soz. Goran Beil ist angehender systemischer Berater und in verschiedenen Projekten im Bereich der tutoriellen Lehre und im Mentoring an der TU Darmstadt tätig.